Müller Thurgau Landwein

Landwein; Jahrgang 2016; 12 % Vol.; trocken

DSCN4734 (Small)ein milder, fruchtiger Wein

 

 

 

 

 

 

 

 


Traube Mueller ThurgauTraube “Müller Turgau

‘Müller-Thurgau’ ist eine Weißweinsorte, die heute aus Rechts- und Marketinggründen auch ‘Rivaner’ genannt wird. Sie wurde 1882 vom Schweizer Rebforscher Hermann Müller aus dem Schweizer Kanton Thurgau an der Forschungsanstalt Geisenheim im Rheingau gezüchtet. Müller-Thurgau ist mit 42.000 ha Anbaufläche weltweit die erfolgreichste Neuzüchtung. Von den originalen Stecklingen der Züchtung ist ein Exemplar in Wädenswil erhalten geblieben.

Die Sorte ‘Müller-Thurgau’ stellt an Klima und Bodenbeschaffenheit relativ geringe Ansprüche. Die Reben reifen recht früh und bringen gute Erträge. Die Sorte ‘Müller-Thurgau’ ist aufgrund ihrer dezenten Säure relativ mild und dennoch meist fruchtig. Üblicherweise sollen die Weine des ‘Müller-Thurgau’ relativ jung getrunken werden, denn von den raren hohen Prädikaten abgesehen, verlieren sie nach einigen Jahren ihre Frische. Obwohl sich aus ‘Müller-Thurgau’ hervorragende Weine keltern lassen, hat die Sorte heute beim Publikum häufig einen schlechten Ruf, weil sie aufgrund des erzielbaren hohen Ertrags allzu oft für minderwertige Massenweine missbraucht wird.

Trocken und halbtrocken ausgebaut, wird die Sorte heute häufig als „‘Rivaner’“ bezeichnet, nach den ursprünglich angegebenen Elternreben ‘Riesling’ und ‘Silvaner’. Aufgrund gentechnischer Untersuchungen stellte sich 1999 heraus, dass es sich tatsächlich jedoch um eine Kreuzung der Sorten ‘Riesling’ (Mutter) und ‘Madeleine Royale’ (Vater) handelt.

Die in der Schweiz gebräuchliche Bezeichnung „‘Riesling’בSilvaner’“ ist älteren Ursprungs, Hermann Müller wollte nicht, dass sein Kreuzungsprodukt in seinem Heimatland unter seinem Namen bekannt wird.

Die Rebe ist starkwüchsig und bevorzugt tiefgründige, frische, nicht zu trockene Böden. Sie hat geringe Ansprüche an den Standort, ist aber empfindlich gegen Trockenheit. Die Holzausreife kann schwach sein, dadurch häufig schon bei −15 °C Frostschäden. Eine hohe Anfälligkeit gegen Peronospora, Phomopsis, Roten Brenner und Botrytis cinerea ist gegeben. Zudem besteht eine Anfälligkeit gegen Stiellähme, der durch geeignete Kulturmaßnahmen entgegengewirkt werden kann. Die Erziehungsart ist so zu wählen, dass eine gute Durchlüftung der Laubwand möglich ist. Die Rebsorte hat eine gute Blütefestigkeit nach Maifrösten, durch fruchtbare Beiaugen, meist kommt es nur zu geringem Ertragsausfall. Ab Mitte September erfolgt die Reife. Ein Mostgewicht von 65–90 Grad Oechsle kann bei 80–150 hl/ha erzielt werden, in manchen Jahren sind auch über 200 hl/ha möglich. In sehr seltenen Fällen sind auch Mostgewichte bis über 150 Grad Oechsle möglich. (1992er Nordheimer Kreuzberg Müller-Thurgau Trockenbeerenauslese, Winzergenossenschaft Nordheim, Franken)

Die Stärken der Rebsorte ‘Müller-Thurgau’ sind gleichzeitig die Schwächen des daraus bereiteten Weins, denn die Rebsorte wird oftmals an Plätzen angepflanzt, die für renommiertere Rebsorten wenig oder gar nicht geeignet sind. Weine aus solchen Randlagen können die Spitzenqualitäten anderer Lagen nur selten erreichen. Es gibt aber auch regelrechte Müller-Thurgau-Lagen. Hier fühlt sich die Sorte wohl, und bei angepasstem Ertragsziel können vom ‘Müller-Thurgau’ sehr ansprechende, aromatische, frische und preisgünstige Weine, die auch für den Weineinsteiger geeignet sind, produziert werden. Nach dem Anbautief mit etwa 14.000 ha ist nun wieder ein steigender Anteil bei den Rebveredelungen festzustellen. Mittlerweile liegt die Müller-Thurgau-Rebe auf Platz zwei nach dem ‘Riesling’, wenn es um Neupflanzungen weißer Rebsorten geht.

 

Müller-Thurgau-Wein

Die Moste von ‘Müller-Thurgau’ werden vorwiegend zu süffigen, leichten, eleganten Qualitätsweinen mit angenehmem Muskatton und milder Säure ausgebaut. Je nach Standort besitzen sie ein mehr oder weniger blumiges Bukett. In manchen Jahren muss mit geringer Säure gerechnet werden. Als Zechwein, frisch getrunken, ist er – einer gängigen These folgend – am schönsten. Lagerzeiten von zwei bis drei Jahren sollten in der Regel nicht überschritten werden, da sonst das feine Muskataroma verloren geht.